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Dieses Blog-Experiment wurde halbwegs aktiv von Mitte 2006 bis Ende 2010 betrieben.
Von den 300 alten Artikel stelle ich hier aus historischen Gründen noch einige öffentlich (der Rest wandert ins Privatarchiv).

Tue, 10.10.2006
Pioneer-Anomalie

Na da gibt s doch wieder was zu knobeln!
Was für (un)heimliche Kräfte gibt es (da draussen) noch?


Mysterium am Rand des Sonnensystems
Es ist eines der {größten Rätsel} der Weltraumforschung: Die beiden "Pioneer"-Sonden der Nasa sind auf mysteriöse Weise von ihrem Kurs abgewichen. Seit Jahren versuchen Wissenschaftler vergebens, das Phänomen zu erklären. Die Lösungen, die noch übrig bleiben, lassen Experten schaudern.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...7267,00.html

siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Pioneer-Anomalie


"Pioneer" 10 und 11 sind nicht da, wo sie eigentlich sein sollten. {Irgendetwas hält sie zurück}. Eine sehr kleine, aber deutlich messbare Kraft. Jede der beiden Sonden ist heute etwa 400.000 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem sie sein müsste, ginge alles mit rechten Dingen zu. Oder besser gesagt, ginge es allein mit den heute bekannten Dingen zu.

Spannend!


Was also ist los da draußen?
Niemand weiß es. Praktisch alle derzeit denkbaren Erklärungen sind bereits ausgeschlossen worden. Die Physiker sind so ratlos, dass einige dieses Mysterium mit anderen, heute ebenfalls unerklärlichen Phänomenen in Verbindung bringen.

Rechnet man mal die journalistischen Übetreibungen heraus, bleiben trotzdem deutliche Hinweise auf etwas Neues, bisher völlig Unbekanntes.


Die Nasa ging die möglichen astronomischen Ursachen durch: Gab es gravitative Einflüsse unentdeckter Objekte im Kuiper-Gürtel? Wie wäre es mit der Wirkung von interplanetarem Staub und Plasma? Veränderte sich vielleicht der Strahlungsdruck der Sonne im Lauf der Zeit? Gab es etwa wandernde Magnetfelder? Derlei Einflüsse konnte man bald ausschließen, weil die unerklärliche Kraft auf beide Sonden gleichmäßig einwirkte.
Mit der Sherlock-Holmes-Methode
So ging man Ursache für Ursache durch. Alle möglichen Berechnungs- und Navigationsfehler wurden untersucht: die Erdbewegung im Bezug zur Raumsonde, die Berechnung der Zeitdaten, die Antennenanlage des Deep Space Network der Nasa, relativistische Effekte und noch vieles mehr. Irgendwann mussten die Experten schließlich zugeben, dass sie es mit einem unbekannten Phänomen zu tun hatten.

Neueste Untersuchungen 2006 (u.a. im Physik Journal) untermauern nur, dass "Messfehler ebenfalls mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen" sind. *gänsehaut*


[Die übrigbleidenden Erklärungsversuche] laufen alle darauf hinaus, dass womöglich {irgendetwas falsch ist an unserem bisherigen Verständnis der Naturgesetze}.
Ist der Effekt ein erster unfreiwilliger experimenteller Nachweis heute noch spekulativer und hypothetischer {Elemente einer neuen Physik}? Ist die Pioneer-Anomalie vielleicht das Resultat von {Kräften wie der mysteriösen Dunklen Materie} und der Dunklen Energie? Müssen wir in die Konstanten von Masse und Gravitation in unserem Sonnensystem eine weitere Größe einfügen?


Interessant ist, dass der Wert der Anomalie in etwa dem Produkt aus der Hubble-Konstanten und der Lichtgeschwindigkeit entspricht. Damit stellt sich die Frage, ob sie in irgendeiner Weise mit der kosmischen Expansion zusammenhängt.

Naja, vielleicht werden unsere Kinder es eines Tages herausfinden.
Vielleicht ist der Raum auch einfach nicht 8-dimensional gekrümmt, sondern bloss 9-dimensional ...

Wissen | Weltraum



Ich finde solche Sachen als alter Alpha-Centauri-Gucker ja auch ungeheuer spannend. Beruhigend für die Praxis ist allerdings, dass sich von uns vermutlich trotz intensivem Intervalltrainings in der näheren Zukunft keiner mit 12 km/sec von unserer Sonne entfernen wird. Sonst würden wir auch noch abgelenkt!

am 2006-10-15 09:42:52 von Sebastian