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Dieses Blog-Experiment wurde halbwegs aktiv von Mitte 2006 bis Ende 2010 betrieben.
Von den 300 alten Artikel stelle ich hier aus historischen Gründen noch einige öffentlich (der Rest wandert ins Privatarchiv).

Mon, 30.10.2006
HTML 5

Tim Berners-Lee will HTML weiterentwickeln
http://www.heise.de/newsticker/meldung/80230



Interessant.
Das Internet ist zwar schon ne ganze Ecke älter (Arpa-Net, TCP/IP), aber so richtig in Schwung kam es erst mit dem WWW und der Hypertext-Idee von Berners-Lee 1989 (HTML=Hypertext-Markup-Language, einfacher: {Hypertext-Sprache}). Wenn man sich mal anguckt, von wann die Filme sind, die im Fernsehen wiederholt werden, kann man alles was von {1989} und danach ist getrost als noch relativ neu gelten lassen.

Bis 1996 war dann ~ HTML 3 fertig, ab Ende 1997 HTML 4.0. Zu dieser Zeit wechselte ich auch von Mailboxen ins Internet, das WWW boomte jetzt.
Das tolle an diesem HTML war: es war nun wirklich nicht perfekt, aber es waren die {Legosteine der Anfangzeit}, auf denen jeder baute. Auch Browser. Alles fing hier an, und HTML war die Grundlage. Und so ist es noch.

Durch die obige Meldung wird jetzt erst richtig klar, wie verzweifelt die Lage ist. In den letzten 10 Jahren hat sich praktisch nichts getan, jedenfalls kein grosser gemeinsamer Schritt mehr.
Das mag zum einen daran liegen, dass man sich weltweit auf derart breiter Basis auf einen Standard nur in einer solchen Gründerzeit einigen kann. Da nimmt man, was man hat, und ist froh.
Zum anderen waren die Entwicklungs-Versuche seit 1998 sehr kopflastig: die mit HTML 4 eingeführten Stylesheets, Skripte und Frames waren noch wichtige Elemente, aber die Trennung von Strict, Frameset und Transitional haben ausser Formalismus und Kompliziertem schon zu wenig direkten Nutzen gebracht. So ist es auch mit dem auf XML basierten XHTML, das 2000 folgt.


Neue Funktionen brachte XHTML bisher jedoch nicht, sodass es sich nur zögerlich bei den Webdesignern verbreitet. Die Arbeiten an XHTML 2 gehen nur schleppend voran. Mit seinem überraschenden Vorstoß reagiert Berners-Lee auf wachsenden Unmut unter den Webentwicklern über die Behäbigkeit des W3C.

Natürlich weiss ich als Mathematiker und Entwickler die Vorzüge eines strengen Formalismus zu schätzen. Allerdings muss man feststellen, dass dies die Entwicklung gehemmt hat. Wer mit Lego baut, kann nicht immer gleich das ganze Haus umschmeissen, nur weil mal ein Stein nicht so richtig passt. Da muss auch mal ein bisschen gedrückt und geschoben werden...

Ich bin gespannt, ob es eine Chance für ein {Was nicht passt, wird passend gemacht}-HTML 5 gibt.
Wohl eher nicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/HTML

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