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Dieses Blog-Experiment wurde halbwegs aktiv von Mitte 2006 bis Ende 2010 betrieben.
Von den 300 alten Artikel stelle ich hier aus historischen Gründen noch einige öffentlich (der Rest wandert ins Privatarchiv).

Mon, 20.11.2006
Burggrafenberg

Der Burggrafenberg ist mit 282m die höchste Erhebung im Burgholz. Umso erstaunlicher, dass dorthin kein Weg führt. Allerdings ist dort eine Fussballfeld-artige Freifläche, wie man hier gut sehen kann:

Burggrafenberg im Burgholz: 51.220821 N, 7.122059 O
http://maps.google.com/maps?q=51.220...t=h&z=17


Im Sommer war ich 1-2 mal gescheitert, einen Weg dorthin zu finden, bzw. hatte das "Fussbalfeld" verfehlt. Jetzt im November, wo das Unterholz weniger dicht ist, konnte ich mich dorthin durchschlagen. Wie man oben sieht, scheint es hier früher durchaus Wege gegeben zu haben (s. auch Karte unten)- komisch?



Das "Fussballfeld" stellte sich dann als eine Art Acker auf butterweicher Erde heraus. Das ganze ähnelt dem Bebau des alten Schiessstandes nebenan - ich denke/hoffe aber mal nicht, dass sich hier ähnliche Grausamkeiten wie dort ( Burgholzmassaker 9145 ) verbergen.



Ein kleines Kuriosum gab auch noch am Rande des Feldes: wer hat denn da frisch einen Blumentopf auf den Baumstamm genagelt? Und wenn hier jemand Blumen abstellt - warum?



Ihm hier wird s egal sein. Perfekt getarnt geniesst der Schmetterling die Novembersonne.



Ob es hier früher einmal eine Burg gab? Vielleicht von den Grafen von Berg? Auf der Karten von {1909} zum Cronenberger Adressbuch gibt es dafür keinen Anhaltspunkt (allerdings alte Wege) - auch in den Quellen findet man darüber nichts, es darf spekuliert werden:


Der Name ist eine etymologische Weiterentwicklung des früheren Namens {Burggrabenberg} bzw. Burggrawenberg. [...] üDas Kernrevier des Burgholz gehörte den Grafen von Berg, deren Hauptsitz und Burganlage Schloss Burg nicht weit entfernt lag. Der Name des Waldgebiets, sowie Ortsbezeichnungen wie Burggrafenberg (früher Burggrabenberg) weisen laut anderen Quellen aber ebenso auf einen Besitz der ehemaligen Burg Elberfeld, sowie auf eine alte {Ringwallanlage} am Burggrafenberg hin, von der nur noch der Burggraben als Bodendenkmal erhalten ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsforst_Burgholz

Auf der bergischen Landkarte von Erich Philip Ploennies 1715 ist an obiger Stelle nur Wald verzeichnet - was nichts heissen mag, denn a) haben die Berger eher um 1200 gebaut, also 500 Jahre zuvor, und b) war Ploennies offenbar nicht immer sehr sorgfältig.

Also darf weiter gerätselt werden - wie hier im Wikipedia-Artikel an anderer Stelle:

Die Ringwallanlage am Burggrafenberg
Am nördlichen Hang des Burgholzbachtals finden sich die Reste einer Ringwallanlage, deren Bezeichnung Burggraben für den Namen des Berges Burggrafenberg (282,8 m) Pate stand, an dessen Flanke sie sich befindet. Über die Historie der als Bodendenkmal eingetragenen Anlage ist wenig bekannt. Sie soll der Stammsitz eines „Ritters von Kronenburg“ gewesen sein.

[Update 21.11.2006]
Im etymologischen Duden steht, "Burg" steht wahrscheinlich im Ablaut zu dem unter "Berg" behandelten Wort und bedeutete demnach ursprünglich "[befestigste] Höhe".
Soweit bekannt. So kann der Berg der "Burggrafen" also auch einfach ein "Berggraben" sein.
Dass es um 1200 im ehem. Grenzgebiet zw. Franken und Sachsen trotzdem auf der höchsten Erhebung der Gegend wenigsten eine für damalige Zeiten übliche Motte aus Holz gegeben hat, halte ich dennoch für durchaus denkbar.
http://de.wikipedia.org/wiki/Motte_%28Burg%29
Wo genau die "Ringwallanlage" in den Quellen erwähnt wird, werde ich mal versuchen in Erfahrung zu bringen.

Geschichte | Burgholz