Olzos kleiner Weblog (alt)  |  bergische Sagen
Impressum

bloz.de

Dieses Blog-Experiment wurde halbwegs aktiv von Mitte 2006 bis Ende 2010 betrieben.
Von den 300 alten Artikel stelle ich hier aus historischen Gründen noch einige öffentlich (der Rest wandert ins Privatarchiv).

Mon, 18.12.2006
Cronenberger Kirchen

Im Artikel vom 29. Sep 2006 habe ich noch nach einem Steinbruch im Burgholz? gesucht.
Nach einem Leserhinweis konnten die konzentrischen Bodenkreise im Hütterbusch tatsächlich als alter {Grauwacke-Steinbruch} identifiziert werden.

Damals schrieb ich:

Beim Bau der Emmauskirche auf der Hauptstraße in Cronenberg 1856-57 wurde dann auch Grauwacke "aus einem nahegelegenen Steinbruch" verwendet:
"Die Eigenart der Emmauskirche besteht darin, daß die Baumeister alles nutzten, was technisch sinnvoll und kostengünstig zu machen war, um damit der Kirche außen wie innen eine gänzlich schmucklose, aber ausgeprägte Gestalt zu geben. So nahmen sie für das Mauerwerk Cronenberger Grauwacke aus einem Steinbruch am Hillgenbusch. Das ersparte teure Transportkosten."
http://www.ev-kirchengemeinde-cronen...skirche.html




Über der Tür der Cronenberger Emmauskirche sehen wir das Gründungsjahr: "1857".
Unter "Hauptstrasse" finde ich im Buch "Wuppertaler Straßennamen" (Wolfgang Stock, Thales Verlag) einige interessante Hinweise:

Evangelisch-lutherische Kirche, erbaut 1857, 1945 beschädigt und 1949 wiederhergestellt.
(Den Bau einer früheren ersten Kirche hatte der Kurfürst Carl Theodor den Lutheranern 1783 genehmigt; sie wuerde nach der Fertigstellung [1857] der heutigen abgerissen).
[Erst] 1992 erhielt die Kirche den Namen "Emmauskirche".

Einige hundert Meter weiter finden wir "die andere", kath. Kirche in Cronenberg, die es im Krieg weit schwerer erwischt hat:




Um 1570 wurde Cronenberg evangelisch. Erst 1791 kam es zur Neugründung einer katholischen Gemeinde, die ihre Kirche 1843 errichtete. Sie wurde 1943 zerstört und durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt (Einweihung 1974).
Mit dem Kirchen-Neubau änderte die kath. Gemeinde auch ihren Namen von St. Josefs- in St. Ewald-Gemeinde, nach den {hl. Ewalde, den ersten Schutzpatronen Cronenbergs}, deren Reliquien schon im Altar der ersten Pfarrkirche eingelassen waren.
Die hl. Ewalde waren Brüder, die als Missionare nach der Legende im sog. "Hilligenbüschken", einem Waldstück an der heutigen Kammannstr., den Märtyrertod erlitten haben sollen (Reliqiuenschreine in Kölner St. Kunibertus-Kirche).



Heiliger Strohsack, zwei Heilige sterben mitten in Cronenberg?!
Und "Hilligenbüschken", kann da "Hütterbusch" herkommen?

Hier finde ich:
um 690

Die beiden Ewalde, zwei während der Sachsenmission getötete angelsächsische Priester, werden in der Kirche bestattet.
http://www.romanische-kirchen-koeln.de/102.html

Schon um 690? Und was für ein Märtyrertod? Hat einen Cronenberger Köhler ihnen was auf die Mütze gegeben?


Ewald war der Name von zwei angelsächsichen Brüdern, nach der Haarfarbe "der schwarze" und "der weiße" Ewald genannt. Sie zogen als Glaubensboten, von Willibrord in Echternach angeheuert, nach Westfalen und starben den Märtyrertod.
http://www.heiligenlexikon.de/Biogra...E/Ewald.html

Die ganze Legende gibt s hier - die muss ich aber erst nochmal bei Gelegenheit genauer auseinander nehmen.
http://www.heiligenlexikon.de/Litera...egenden.html

Geschichte | Burgholz