Olzos kleiner Weblog (alt)  |  bergische Sagen
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Dieses Blog-Experiment wurde halbwegs aktiv von Mitte 2006 bis Ende 2010 betrieben.
Von den 300 alten Artikel stelle ich hier aus historischen Gründen noch einige öffentlich (der Rest wandert ins Privatarchiv).

Mon, 15.10.2007
Herbstlich sonnige Tage

Herbstlich sonnige Tage,
mir beschieden zur Lust,
euch mit leiserem Schlage
grüßt die atmende Brust.
O wie waltet die Stunde
nun in seliger Ruh’!
Jede schmerzende Wunde
schließet leise sich zu.
Nur zu rasten, zu lieben,
still an sich selber zu baun,
fühlt sich die Seele getrieben
und mit Liebe zu schaun.
Jedem leisen Verfärben
lausch ich mit stillem Bemühn,
jedem Wachsen und Sterben,
jedem Welken und Blühn.
Was da webet im Ringe,
was da blüht auf der Flur,
Sinnbild ewiger Dinge
ist’s dem Schauenden nur.
Jede sprossende Pflanze,
die mit Düften sich füllt,
trägt im Kelche das ganze
Weltgeheimnis verhüllt.

Emanuel Geibel
Lübecker Dichter, 1814-1884
http://de.wikipedia.org/wiki/Emanuel_Geibel

(klicken vergrössert)
Jahreszeiten | Deutschland



Das ist ein Gedicht, von dem ich spontan glaubte, es zu kennen (ohne dass mir der Dichter was sagte), aber dann feststellte, dass ich es doch nicht kannte. Auch wunderschön von Dir illustriert!

am 2007-10-17 21:03:05 von Kylie


Ich habe immer mal nach nem Gedicht von Geibel gesucht, das mir was sagt. Bisher erfolglos.
Jetzt stiess ich zufaellig hieraus - und es passt alles. Ich hatte gerade die Bilder im Burgholz gemacht, und die fuegten sich wunderbar zu den Versen. Und herbstlich sonnige Tage hatten wir ja nun gluecklicherweise auch (gehabt).

am 2007-10-26 15:23:54 von Olzo